über die Schulter geblickt

Unabhängig und gemeinsam unterwegs: Die Region Luzern macht es gut.

Quelle: Hallenbad Luzern AG

Für die Gemeindebehörden ist ein Hallenbad ein relevanter Kostenblock im Jahresbudget und daher immer ein Diskussionspunkt in der Politik. Vor knapp zwei Jahren erhielt BPM Sports den Auftrag, das betriebliche Synergiepotenzial der insgesamt fünf Hallenbäder, davon drei öffentliche Anlagen, in der Agglomeration Luzern zu evaluieren. Die Suche nach einer möglichen Kostenreduktion war einer der Treiber.

BPM Sports führte auf Basis einer Befragung und einer Datenerhebung eine Benchmarkanalyse durch. Zudem gelangten Kennzahlen zum Einsatz, um die Werte mit anderen Hallenbädern vergleichen zu können. Damit konnte eine Vergleichbarkeit sichergestellt werden. Dank der grossen Datenpools aus verschiedenen Projekten und dem BPM-Know How bezüglich der betrieblichen Abläufe, konnte daraus den Hallenbadbetreibenden das Potenzial möglicher Massnahmen aufgezeigt werden.

Die entsprechende Analyse brachte einige Handlungsfelder hervor. Beispielsweise bei den drei öffentlichen Hallenbädern, die mit n-tree über das gleiche Kassen- und Zutrittssystem verfügten.

Vorteile einer AG

Die als Aktiengesellschaft nach unternehmerischen Prinzipien geführten Hallenbad Luzern AG kann ebenfalls als begünstigender Faktor für die aktuelle Entwicklung bei der Zusammenarbeit der Hallenbäder bezeichnet werden. Denn die Motivation aller Partner war hoch, das Belegungsmanagement und damit ein einheitliches, für den Kunden transparentes Reservationssystem für alle drei Hallenbäder einzuführen. Dieses System von indico wird bereits beim Luzernern Hallenbad eingesetzt und so konnte eine Erweiterung für das Hallenbad Kauer in Kriens und für das Mooshüsli in Emmen schnell realisiert werden. Mit dem übergreifenden Reservationssystem wurde zeitgleich in allen drei Hallenbädern die Bahnmieten definiert. Schnell einigte man sich auf das Prinzip: ein einheitliches Bahnmietmodell, aber individuelle auf das Bad angepasste Preismodell. So wird überall in der Region ein einheitliches Wasser- resp. Bahnmietmodell angeboten.

Im gleichen Atemzug wurden die Revisionszeiten im Sommer aufeinander abgestimmt. Als nächster Schritt wird nun ein Wertekartensystem eingeführt. Die Wertkarte macht die Unterscheidungen verschiedener Abotypen (Jahres- / 10er Abo) überflüssig, da ein beliebiger Geldbetrag auf die Karte geladen werden kann und die Ticketkäufe, Kursbuchungen etc. direkt abbucht. Die Hallenbad AG mit einem kleinen qualitativ gut bestückten Stab half dabei, diese Entwicklung voranzutreiben.

Gemeinsames Kassensystem

Mit der Voraussetzung eines gemeinsamen Kassensystembetreibers für alle Anlagen, verfügt ab diesem Sommer jede Anlage über eine eigene Wertkarte mit eigener Preislogik. Die Kunden können mit ihren Wertkarten von Rabattierungen in den jeweils anderen Hallenbädern profitieren. Im gleichen Atemzug kann eine Unterscheidung von auswärtigen resp. einheimischen Gästen durchgeführt werden. Gäste, die sich gegen die Wertekarte entschliessen, verpassen viele preisliche Vorteile.

Nach der abgeschlossenen Analyse und der Freigabe der Massnahmen stellte BPM Sports die fachliche Unterstützung der Diskussionen und Lösungsfindung wie auch die Koordination der Massnahmen sicher.

Nach der Umsetzung des Wertekarten-Konzepts in allen drei öffentlichen Hallenbädern, die auch in den jeweiligen Freibädern eingesetzt werden, gilt es die nächsten Aufgabenpakete zu definieren. Darunter befinden sich Themen wie ein übergreifendes Kurswesen, eine gemeinsame Vermarktung des Angebots und das Personalwesen.

Die Region Luzern wächst und so ist der eingeschlagene Weg zukunftsweisend für die Weiterentwicklung von Sport- und Bewegungsanlage in der Region. Das “Miteinander” schafft einen Mehrwert, den auch die Gemeindebehörden positiv bei der nächsten Budgetdiskussion registrieren werden.

Die Kostenfrage

Die hohen Betriebskosten und damit konsequenterweise das daraus resultierende Betriebsdefizit verbleibt jeweils bei der Eigentümerin resp. Standortgemeinde. Um eine gute, und entsprechend der Bevölkerungsentwicklung gerechte Versorgung von Sportanlagen zu ermöglichen, sind gemeinsam betriebene Sportanlagen oder wie hier im Verbund agierende Anlagen die Zukunft. Dazu braucht es u.a. auch einen “Mindchange” in den Regionen. Negative Beispiele wie das Forum Sumiswald, wo das Hallenbad schliessen musste, weil keine der umliegenden Gemeinden sich an einer Sanierung beteiligen wollte, müssen im Sinne des Sports und der Gesundheitsförderung verhindert werden.

05.07.2023

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