Der US-Amerikanischer Fussballverband kämpft im TV-Markt um Marktanteil gegen Giganten. Die Sportarten Baseball, American Football, Basketball und Eishockey nehmen die gesamte Medienpräsenz ein. Den übrigen Sportarten bleiben keine oder nur wenige Möglichkeiten zur Vermarktung. Der in den USA durchaus populäre Woman Soccer verfolgt dabei eine sehr ökonomische Strategie, die der Marktsituation gerecht wird. Der US-Verband hat seine 23 Spielerinnen direkt bei sich angestellt und setzt damit sportlich wie kommerziell auf das Nationalteam. Dieses alte militärische Prinzip, nämlich die Konzentration der Kräfte, zeigt seinen Erfolg in den sportlichen Erfolgen des US-Teams und seiner doch in grosser Zahl mitgereisten Anhänger an der WM in Frankreich. Es gilt noch die Lohngleichbehandlung zwischen den Männern und Frauen im Verband gerade zu biegen, aber sonst ist das Modell eine mögliches Vorbild auch für Schweizer Randsportarten. Denn diese 23 Nationalspielerinnen werden im Ligabetrieb auf die teilnehmenden Clubs gleichmässig verteilt und helfen damit mit, die Ligaspiele interessant zu halten. Die nationale Aufmerksamkeit zu gewinnen wird damit nicht den Clubs mit ihren beschränkten Mitteln überlassen, sondern wird durch ein leistungsstarkes, international durchsetzungsfähiges Team und seine Protagonisten/-innen erreicht. In der Schweiz hat nun der Schweizerische Handballverband entscheidende Weichen gestellt, sich nicht durch die Vielfalt weiter schwächen zu lassen. Mit dem Projekt der Handballakademie der Frauen in Zug/Cham anzusiedeln und damit die Kooperation mit dem 100 Millionen teuren OYM Projekte (On Your Marks) zu suchen, ist bemerkenswert. Geführt durch die ehemalige Internationale, Karin Weigelt, sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft geschaffen. Chapeau für diese Leistung und viel Erfolg! 7. Juli 2019 / Rainer Gilg, BPM Sports