Chipimplantat als Zukunftsvision – ein Selbstversuch

Über die Digitalisierung muss man nicht mehr diskutieren, sondern in sie eintauchen, anwenden, umsetzen. Am erstmalig in diesem Jahr durchgeführt Forum von Top Sports in Magglingen liess ich mir einen Chip in die Hand implantieren. Ein Selbstversuch mit bisher erstaunlich wenig Folgen ….

Dr. Patrick Kramer implantiert den RFID Chip bei Rainer Gilg als Selbstversuch

Die Zukunft ist eigentlich schon da

Es bot sich spontan am diesjährigen Forum von Swiss Top Sports, ein Zusammenschluss der wichtigsten Sportevents der Schweiz, in Magglingen, einen Chip als Implantat einsetzen zu lassen. Von den rund knapp 100 Teilnehmenden meldeten sich schlussendlich drei Personen, darunter ich, zu diesem Selbstversuch.

Unter dem Eindruck der nahen Zukunft mit 3D-Drucker, Hilfsroboter im Haushalt, virtueller Realität für Freizeit und Arbeit war auch das Thema einer sicheren und einfachen Handhabung für Zutritte und Zugriffe im Raum.

Was bei Hunden, Katzen und anderen Tieren bereits seit Jahren Standard ist, ruft beim Menschen immer noch grosses Erstaunen und Abwehrreaktionen hervor. Nachdem das Implantat gesetzt war (siehe Video), ging ich auf die Suche nach Anwendungen und suchte natürlich im persönlichen Umfeld auch die Diskussion.

Gesucht: Anwendungsbereiche

Kippte meine Coiffeuse fast in Ohnmacht, erntete ich bei vielen meiner Freunde und Arbeitskollegen Kopfschütteln oder unglaubliches Staunen. Schnell war vom "CyborGilg" die Rede und ich schien nicht mehr weit von Arnold Schwarzeneggers Terminator. Zugegeben, so eine rote Linse mit Scanfunktionen und einem Stahlarm, warum nicht an Stelle einer filigranen Brille und schlaffen Muskeln.

Auch im Fitnesscenter erhielt ich nur ein Kopfschütteln auf meine Bitte, den Badge für den Eintritt auf meine Hand zu speichern. Also verstand ich bald, dass es an Anwendungsbereichen fehlt, da meine Türen zu Hause und im Office allesamt sehr altmodisch mit einem mechanischen Schlüssel zu öffnen sind, fällt auch dieser Bereich weg.

Es bleibt aktuell also dabei, meine Koordinaten und Daten für den Notfall auf dem Chip abzuspeichern. Und weil Informatik in der Realität immer komplizierter ist als es einem versprochen wird, geht auch das nur mit einem guten Schuss an Geduld und Beharrlichkeit. Und die Chance, dass mein gegenüber sofort sein Handy zückt und meine Daten lesen kann, wird vermutlich auch auf sich warten lassen.